Indirekte Fragen/Aufforderungen
Indirekte Fragen und Aufforderungen
Nicht nur Aussagen, auch Fragen und Aufforderungen kann man indirekt wiedergeben. Das Verb steht dabei im Konjunktiv I und am Satzende (Nebensatz).
Indirekte Fragen:
- W-Frage → mit Fragewort: „Wann kommst du?" → Er fragt, wann ich komme.
- Ja/Nein-Frage → mit „ob": „Hast du Zeit?" → Er fragt, ob ich Zeit habe.
Indirekte Aufforderungen werden mit „sollen" ausgedrückt:
- „Warte!" → Er sagt, ich solle warten.
- „Seien Sie pünktlich!" → Sie bittet, wir sollten pünktlich sein.
| Direkte Rede | Indirekte Rede |
|---|---|
| „Wo wohnst du?" | Sie fragt, wo ich wohne. |
| „Kommst du mit?" | Er fragt, ob ich mitkomme. |
| „Ruf mich an!" | Sie sagt, ich solle sie anrufen. |
Weitere Beispiele
- „Warum lachst du?" → Sie fragt, warum ich lache.
- „Kann ich helfen?" → Er fragt, ob er helfen könne.
- „Bringen Sie das Formular mit!" → Man teilt mit, wir sollten das Formular mitbringen.
Häufige Fehler
- ❌ Er fragt, ob ich Zeit habe? (kein Fragezeichen) → ✅ Er fragt, ob ich Zeit habe. (indirekte Frage = Aussagesatz, Punkt).
- ❌ Er fragt, dass ich Zeit habe. → ✅ Er fragt, ob ich Zeit habe. (Ja/Nein-Frage braucht „ob", nicht „dass").
- ❌ Sie sagt, ich muss warten. → ✅ Sie sagt, ich solle warten. (Aufforderung mit „sollen").
Merke:
- Ohne Fragewort → immer „ob".
- Aufforderung → „sollen" im Konjunktiv I (er solle, sie solle).
- Das Verb rutscht ans Ende des Nebensatzes.
- Indirekte Fragen enden mit einem Punkt, nicht mit einem Fragezeichen.